Ich glaube, ich bin so einer der größten Karnevalsmuffel aller Zeiten. Jedes Jahr aufs Neue versuchen mich meine Freundinnen zu überreden, eine Damensitzung zu besuchen oder Altweiber mit ihnen um die Häuser zu ziehen.

Aber mal ganz ehrlich: Wenn sich die Jecken im Rheinland um den Hals fallen und an Weiberfastnacht normale Menschen sich in Giraffen, Cowboys (Oder Cowgirls) verwandeln, wollen Karnevalsmuffel wie ich einfach nur weg. Für viele sind diese jecken sechs Tage der Gipfel des Glücks. Für mich ist Karneval die reinste Hölle, der ich jedes Jahr aufs neue zu entkommen versuche.

Ich kann mich erinnern, dass ich schon als Kind im Kindergarten und auch später in der Grundschule das Verkleiden nicht mochte. Das erkennt man übrigens auch noch ganz prima an den Fotos von damals. Auf denen gucke ich wirklich sehr unglücklich. Meine Mama als waschechte Kölnerin hat das natürlich gekonnt ignoriert und hat immer alles gegeben: Es gab kein Kostüm, das sie nicht selber genäht bekommen hätte.

Survival Tipps: So ist Karneval erträglich

In den letzten Jahren musste ich mir meistens nur eine Ausrede für Altweiber einfallen lassen. Da wir für uns die jecken Karnevalstage zum Skifahren entdeckt haben. Fernab von jeden Karnevalsumzügen in den Bergen von Bayern hatte ich meine Ruhe: Nichts erinnerte dort an das jecke Treiben im Rheinland. Also, für die begeisterten Skifahrer ist so eine Auszeit in den Bergen auf jeden Fall zu empfehlen. Aber Vorsicht: Was mir in unserem ersten Jahr überhaupt nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass in Bayern der Faschingsdienstag ganz groß gefeiert wird. Das bedeutet im Klartext: Jede Hütte wird zur Faschingsparty und jeder zweite Skifahrer ist ein Cowboy, ein Alien, ein Elefant oder sonst was. Wer dem entkommen möchte, dem rate ich zu einem Tagestripp nach München ins deutsche Museum.

Und wer nun gar nicht verreisen möchte, dem lege ich einen Besuch in einer Saunalandschaft oder in der Therme ans Herz. Oberstes Gebot hier ist nämlich Ruhe! Hierhin wird es definitiv keinen Jecken ziehen. Und wer lieber echte Tiere sieht, als seinen Nachbarn im Bienenkostüm, ist in einem Zoo gut aufgehoben. Bekanntlich lassen sich auch dort die Karnevalisten nicht blicken.

Kulinarische Tradition zu Karneval: Berliner Ballen

Es gibt aber eine kulinarische Tradition zum Karneval: Die Berliner Ballen, so werden sie zumindest hier im Rheinland genannt. Andere kennen sie vermutlich als Krapfen. Und so sehr ich Karneval hasse, ich stelle mich ja jeder kulinarischen Herausforderung in der Küche. Die Berliner sind zur fünften Jahreszeit zwar in allen Varianten zu bekommen, allerdings sind sie teilweise maßlos überteuert. Warum dann nicht einfach selber kreativ werden?

Auf der Suche nach einem Rezept kam mir die Idee, dass man die Berliner doch bestimmt auch im Backofen machen kann. In dem Fall spart man sich einfach das lästige Frittieren. Wer jetzt aber glaubt, dass meine Berliner eine fettarme Version sind, den muss ich leider an dieser Stelle enttäuschen. Sie sind fettig, süß und unwahrscheinlich lecker. Genauso wie sie sein sollten.

Mein Rezept für die Berliner Ballen findet ihr hier. Lasst sie euch schmecken. Und allen Karnevalsbegeisterten wünsche ich viel Spaß bei all den virtuellen Sitzungen, Umzügen und sonstigen kreativen Ideen, die ihr euch einfallen lassen habt, um Karneval auch in einer Pandemie stattfinden zu lassen.

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