Morgen geht es nun also los. Die Koffer wurden bereits am Samstag abgeholt, so dass ich nachher nur noch das Handgepäck einpacken muss. Mal gucken, wie sich das “nur noch” so gestaltet. Vermutlich muss ich auch hier wieder ordentlich quetschen, aber das kenne ich ja nun schon.

Ich muss auch sagen, dass ich so langsam nervös werde. Bis gestern pure Vorfreude und jetzt? Was ist, wenn in der Klinik überwiegend alte Menschen sind? So ohne Anschluss können drei Wochen ja auch lang und auch etwas einsam werden. Und zugegebenermaßen bin ich meistens nicht der Mensch, der alleine durch die Gegend zieht. Aber gut, vermutlich mache ich mir jetzt kurz vor der Abreise einfach zu viele Gedanken.

Eine kleine To-do-Liste

Kennt ihr das? Es gibt einfach Dinge, um die sich keiner kümmern möchte. Bei uns sind das Planzen -vor allem die im Haus- und die Poolpflege. Damit meine Pflanzen meine Abwesenheit hoffentlich gut überstehen, werde ich den Männern wohl eine kleine To-do-Liste schreiben. So freuen sich alle über den (nächtlichen) kräftigen Regen, weil sie ja der Meinung sind, dass sie dann die Pflanzen auf der Terrasse nicht gießen müssen. Richtig – aber der Olivenbaum und die Oleanderpflanzen wollen auch nicht ertrinken. Da muss man schonmal das stehende Wasser aus den Kübeln schütten. Das muss ich definitiv auf die Liste setzen, daran denkt sonst kein Mensch und merkwürdigerweise wird das auch übersehen, wenn man direkt neben dem abgesoffenen Olivenbaum sitzt.

Thema Poolpflege: Dank meiner neuesten Errungenschaft, ist diese ganz smart erledigt. Der schwimmende Sensor bring praktischerweise alle Infos aufs Handy und gibt Empfehlungen zur Wasserpflege. Einfach genial – wenn man sich denn auch die App aufs Handy läd, damit man da täglich kurz reingucken kann. Und den Poolroboter hat hier außer mir auch noch niemand in den Pool gesetzt. Puh, das kann ein Problem werden. Aber ich sorge zumindest dafür, dass mein Mann sich die App runterläd und sich da einloggt.

Ein weiterer Punkt ist der Hund. Nicht, dass sie Tara vergessen würden. Aber die Dame hat durch Feuchtigkeit in den Ohren auch immer wieder Probleme mit denselbigen. Das ist bei Labradoren und Schlappohren oft der Fall und auch gar kein Problem, solange man sich darum kümmert und die Ohren täglich sauber macht. Das habe bisher auch ich übernommen und ich schwöre euch, hier weiß keiner, wie das funktioniert. Aber es sollte nicht allzu schwer sein, den Midi-Sohn zu überzeugen.

Damit wäre die To-do-Liste auch schon soweit erledigt. Hoffen wir mal, dass die Männer alles umsetzen. Aber vielleicht sollte ich ab und zu eine Erinnerung schicken.

Was unternehmen in Graal-Müritz?

Das ist für mich echt eine spannende Frage. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Inzidenz noch weit niedriger als hier. Dennoch hat das AKG Reha-Zentrum natürlich für Patienten strengere Auflagen, als sie für Touristen gelten. Stand jetzt ist es leider immer noch so, dass man den Ort selbst nicht verlassen darf. Das wäre echt schade, denn ich würde mir nur zu gerne ein Fahrrad schnappen und nach Warnemünde fahren. Rostock ist auch nicht wirklich weit entfernt und sicherlich eine Reise wert. Aber gut, wenn es so ist, dann ist es halt so. Vielleicht gibt es ja vor Ort dann doch noch eine andere Info dazu.

Zugegeben: Graal-Müritz hat selbst auch einiges zu bieten, aber zumindest die meisten Kulturveranstaltungen richten sich wohl eher an die ältere Generation. In meinem Bekanntenkreis kenne ich nämlich echt niemanden, der Heimatmusik hört. Schlager ja, aber Heimatmusik? Nee, echt nicht.

Ach, ich bin einfach weiterhin gespannt. Ändern kann man die Dinge ja meistens eh nicht und meistens macht man sich im Vorfeld ja doch zu viele Gedanken. Also packe ich gleich einfach alles zusammen, erstelle die To-do-Liste und setze mich morgen in aller Frühe in den ICE nach Hamburg. Von dort aus geht es dann weiter nach Rostock und nach Graal-Müritz.

Aber vorher wird selbstverständlich noch das EM-Spiel Deutschland gegen England geguckt. Wer guckt noch und wie ist euer Tipp? Ich fürchte, es wird wieder spannend, aber unsere Jungs schaffen das, oder?

Viele Grüße, Kerstin

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