Herbstferien in NRW – eigentlich nochmal eine Gelegenheit, dem Herbst in Deutschland zu entfliehen. Da ich aber zwei Arzttermine habe (praktischerweise einen zu Beginn und einen zum Ende der Ferien), war hier eine Planung leider unmöglich.

Wenn man dann doch unerwartet etwas Luft hat

Da für den ersten Arzttermin nicht absehbar war, wie schnell es weitergeht, haben wir zunächst gar nichts geplant. Umso schöner war es, als sich rausstellte, dass die Folgebehandlungen erst nach den Ferien stattfinden sollen. Ein Blick aufs eher unschöne Herbstwetter zeigte, dass es zum Wochenende doch relativ sonnig werden sollte. Spontan fiel mir ein Hotelgutschein ein, den wir schon  vor der Pandemie hatten, ihn aber bisher nie einlösen konnten. Nach kurzen Überlegungen, wohin es denn geht, haben wir uns für Köln entschieden – ja, ist nicht so weit von uns entfernt, aber trotzdem immer eine Reise wert. Allerdings haben wir uns in diesem Fall gegen den Hotelgutschein entschieden und uns kurzfristig ins Ibis Köln eingecheckt. Den Gutschein nehmen wir dann für einen Städtetripp, der weiter weg ist.

Anreise nach Köln? Natürlich mit dem Fahrrad!

Wer uns kennt, der weiß, dass wir sehr gerne mit den Rädern unterwegs sind. Daher stand relativ schnell fest, dass wir unseren Städtetrip nach Köln per Fahrrad antreten werden. Für drei Tage klappt das mit dem Gepäck in den Satteltaschen recht gut. Wobei mich das aber veranlasst hat, die guten alten Discountertaschen gegen qualitativ hochwertigere Modelle einzutauschen. Entschieden habe ich mich für diese hier von Vaude. Eine gute Investition, wenn man häufiger mehrtägige Radtouren plant.

Wie bereits erwähnt, sollte das Wetter am Wochenende mitspielen. Allerdings erst ab Freitagnachmittag. Da es dann tatsächlich am Vormittag noch fies geregnet hat, haben wir uns entschieden, einen Teil der Strecke mit dem Auto zu fahren. Kein Problem, die Fahrräder also auf den Fahrradträger und los. Während der Fahrt gab es dann auch schon eine Wetterbesserung und so haben wir das Auto kurzer Hand in Dormagen geparkt. Von dort waren wir schnell auf einem Radweg, der überwiegend am Rhein entlangführt und wirklich schön zu fahren ist. An dieser Stelle kann ich euch die App “Bikemap” empfehlen. Hier habt ihr eine tolle Auswahl von verschiedenen Routen.

Check-In und dann direkt zum Grillseminar

Das Check-In vor Ort hat problemlos geklappt und die Räder waren fix in der Tiefgarage geparkt. Viel Zeit blieb uns auch nicht mehr, denn für den Abend hatten wir ein besonderes Event gebucht.

Vor ein paar Jahren war ich bei einer Firmenveranstaltung in Köln und habe vor Ort in der Nachbarschaft den Santos Grillshop erspäht. Leider war damals für weitere Erkundungen keine Gelegenheit, aber natürlich habe ich ein Memo an mich selbst gespeichert, hier unbedingt mal ein Grillseminar zu besuchen. Für uns als echte Grilljunkies ein absolutes Muss. Da sämtliche Kurse nahezu ausgebucht waren, war ich absolut happy, die letzten beiden Plätze im Seminar “Wild und Wald” zu ergattern. Besser konnte unser Wochenende nicht starten.

Wild und Wald vom Grill

Wir haben in den letzten Jahren schon viele Grillseminare besucht. Angefangen bei den Basics bis zu den Expertenkursen war fast schon alles mit dabei. Aber Wild haben wir tatsächlich noch nie auf dem Grill gehabt. Von daher waren wir absolut begeistert und auch gespannt, was uns erwartet.

Bei Santos angekommen, wurden wir direkt mit einem leckeren Gruß aus der Grillküche empfangen. Danach hat unser Grillmeister Klaus uns die einzelnen Gänge vorgestellt und direkt gefragt, wer was machen wollte. Kurzentschlossen habe ich mich für die Zubereitung des Hirschrückens entschieden, womit ich mir einen skeptischen Blick vom Mann eingefangen habe. Die Herausforderung hier war das Entfernen von überschüssigem Fett und Sehnen. Eine Aufgabe, die etwas Fingerspitzengefühl verlangt und ich bis dato wohlweislich vermieden habe. Aber gut, wir besuchen ja ein Grillseminar, um neue Dinge zu lernen. Wer will da schon das Gemüse klein schnippeln?

Überraschenderweise klappte die Bearbeitung des Hirschrückens sehr gut. Na gut, der Mann hat sich durch den Handschuh in den Daumen geschnitten, aber sowas passiert auch den besten Spitzenköchen.  An der Stelle wurde mir aber blitzartig klar, dass wir zu Hause keine geeigneten Messer haben. Ein Zustand, den ich unbedingt ändern musste. Wen wundert es also, dass Filetier-, Santoku- und Küchenmesser noch vor uns zu Hause ankamen. Ebenso ein passender Wetzstahl Messerschärfer. Endlich keine Panik mehr, wenn es darum geht, Fleischstücke von Sehnen zu befreien.

Das Menü im Überblick

Wieder einmal hatten wir total viel Glück mit den anderen Teilnehmern im Grillseminar. Aber gut, die meisten kamen auch aus Köln und Kölner sind einfach umwerfend nett, offen und haben einen absolut tollen Humor. Das ist vermutlich mit ein Grund, weswegen ich Köln so sehr mag. Es war ein langer und schöner Abend mit tollen Menschen und leckerem Essen.

Hier habe ich für euch die einzelnen Gänge im Überblick.

Wild und Wald

Gruß aus der Grillküche

Fasanenbrust mit Süßkartoffel-Bruschetta

Entenbrust mit Apfel-Rotkohl

Rothirschkeule im Dutch Oven geschmort mit Madeira-Trauben-Sauce

Gegrillter Kürbis im Bacon-Mantel mit Kräuterquark

Hirschrücken in Wacholder-Lack mit Kartoffelgratin im Bacon aus dem Dutch Oven

Apple-Crumble Cheesecake mit Eis

Wenn ihr Fragen zur Zubereitung habt oder die Rezepte benötigt, meldet euch einfach.

Zweiter Tag in Köln – Ein Besuch im Schokoladenmuseum

Wohlweislich haben wir unser Hotel ohne Frühstück gebucht. Das machen wir aber eigentlich immer so, denn in der Regel gibt es in der Nähe tolle Cafés, die meistens ein besseres Frühstück anbieten und zudem preislich günstiger sind. Und in diesem Fall waren wir wie erwartet noch pappsatt vom Vorabend. Für den Sonntagmorgen hatte ich aber einen Geheimtipp: Das Café Heimisch bietet euch ganz tolle Speisen mit ausschließlich regionalen Zutaten an.

Schon oft in Köln gewesen, war ich aber tatsächlich noch nie im Schokoladenmuseum gewesen. Das musste bei diesem Besuch definitiv geändert werden. Da traf es sich gut, dass der Samstagmorgen noch vernebelt und kalt war. Perfekt also für ein paar schokoladige Stunden im Museum. Und auch wenn ich persönlich jetzt nicht der größte Schoko-Fan bin, ist die Schokolade dort definitiv die leckerste, die ich jemals gegessen habe. Und allein schon, den berühmten Schokoladenbrunnen zu sehen ist den Besuch wert. Aufgrund der Pandemiebestimmungen ist der zwar leider im Moment nicht in Betrieb, aber als Entschädigung bekommt man beim Verlassen des Museums ein paar schokoladige Giveaways. Wenn man es genauer betrachtet, hat man da sogar mehr von, als wenn man einmal eine Waffel in den Schokoladenbrunnen tunkt.

Ein sonniger Nachmittag in Köln und ein weiteres kulinarisches Highlight

Nach dem dreistündigen Aufenthalt im Schokoladenmuseum erwarteten uns draußen Sonne pur und ein wolkenloser Himmel. Zwischenzeitlich doch etwas hungrig trieb es uns zum Heumarkt. Dort hatte es uns bei unserem letzten Besuch in Köln schon unheimlich gut gefallen. Natürlich teilten an diesem Nachmittag zig andere Sonnenhungrige diese Meinung. Ob wir da überhaupt eine Chance hätten, einen der begehrten Plätze auf der sonnigen Terrasse zu bekommen?

Und tatsächlich: Mit unfassbar viel Glück verließ bei den XII Apostel gerade eine Dame ihren Tisch, den ich dann blitzschnell in Beschlag genommen habe, während der Mann noch die Räder abgeschlossen hat. Herrlich! Bei der tollen Auswahl auf der Speisekarte, fiel mir die Entscheidung nicht leicht. Als Vorspeise hatte ich mich dann für gebackenen Ziegenkäse entschieden. Anschließend gab es Pasta mit Garnelen, natürlich viel Knobi garniert mit Rucola.

Eine Reise durch die Kölner Zeitgeschichte

An unserem dritten und letzten Tag in Köln stand eine Virtual Reality Tour durch die Kölner Altstadt auf dem Programm. Hier führte uns unser persönlicher Stadtführer in ca. 90 Minuten zu den Highlights der Stadt. An insgesamt sechs Orten konnten wir wichtige Stationen der über 2000-jährigen Stadtgeschichte Kölns hautnah miterleben. Hierzu standen wir an den jeweiligen heutigen realen Standorten und schauten durch die VR-Brille in die Vergangenheit.

Von der römischen Grenzstadt über die Franken bis hin zur preußischen Herrschaft und der Zerstörung im zweiten Weltkrieg konnten wir auf beeindruckende Weise in die Vergangenheit von Köln eintauchen. Eine absolute Empfehlung und auch für Kinder sehr interessant.

Tschö Kölle – et war wie immer jut bei dir

Nach unserer beeindruckenden VR-Städtetour mussten wir Köln leider erstmal Tschüs sagen und heimwärts radeln. Es wird sich aber bestimmt nochmal eine weitere Gelegenheit für einen Besuch ergeben. Köln ist halt immer eine Reise wert.

 

 

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